Ein Abschiedsgruß aus dem Rheinland-Pfälzischen Storchenzentrum
Ich wurde ganz zu Beginn meiner Tätigkeit im Storchenzentrum von der Presse gefragt, wie lange ich diese Stelle ausüben wolle und wann ich aufhören würde. Meine Antwort darauf war klar: Wenn ich keine Ideen mehr hätte, würde ich auf jeden Fall gehen, um neuen Entwicklungen Platz zu machen.
Nun ist mein letzter Arbeitstag am 08.06.2026 und mein Abschied steht bevor. Diese Entscheidung habe ich jedoch nicht aus Ideenlosigkeit oder wegen fehlender Zukunftsperspektiven getroffen, sondern weil es meiner Meinung nach Zeit für neue Impulse im Storchenzentrum und gleichzeitig Zeit für eine Veränderung in meinem eigenen Leben ist.
In den vergangenen 7,5 Jahren habe ich mich mit viel persönlichem Engagement und noch mehr Herzblut für das Storchenzentrum eingesetzt. Zahlreiche Ideen und Projekte konnten umgesetzt werden. Dazu gehört auch das Autobahnschild an der A65, dessen Realisierung mit großer Unterstützung von Herrn Landrat Seefeldt und der Gemeinde Bornheim gelungen ist.
Die Schulkooperationen sind mittlerweile fest etabliert. Die Grundschule Dammheim kommt seit Jahren mit jeder ersten Klasse zum Jahresprojekt, die Grundschule Essingen ist ebenfalls regelmäßig dabei und die Konrad-Adenauer-Realschule sowie die Nordringschule in Landau sind geschätzte Kooperationspartner. Viele weitere Schulen aus der Region besuchen das Storchenzentrum zuverlässig und immer wieder gerne.
Die Storchentouren an jedem Mittwoch während der Storchensaison sind zu einem echten Aushängeschild des Storchenzentrums geworden. Während der Brutsaison sind die Termine des Storchenzentrums gerade am Vormittag ausgebucht. Immer mehr Menschen schauen auch spontan vorbei und als Anlaufstelle für Presse, Hörfunk und Fernsehen hat sich das Storchenzentrum weit über die Region hinaus einen Namen gemacht.
Natürlich könnte man vieles einfach so weiterlaufen lassen und ich könnte es mir im Storchenzentrum bequem einrichten.
Ich sehe jedoch noch großes Potenzial für die Weiterentwicklung des Storchenzentrums. Die Dauerausstellung ist nach mehr als acht Jahren bereit für Neuerungen und technischen Fortschritt. Themenbereiche könnten neu erschlossen, Programme weiterentwickelt und neue Netzwerke aufgebaut werden. Dazu braucht es frischen Wind und einen unverstellten Blick von außen.
Aus diesem Grund ist es für mich genau jetzt an der Zeit zu gehen – als Chance für das Storchenzentrum, sich weiterzuentwickeln und zugleich für mich, neue Wege einzuschlagen.
Ehrenamtlich werde ich der Aktion PfalzStorch e.V. weiterhin erhalten bleiben. Die Zusammenarbeit mit Christian Reis, dem Storchenscheunenteam und den vielen ehrenamtlich Engagierten möchte ich nicht missen. Außerdem bleibt im Themenbereich „Plastikmüll bei Weißstörchen“ leider noch viel zu tun, sodass ich meine Aufgabe dort noch nicht als abgeschlossen betrachte.
Und so bleibt mir am Ende meiner Tätigkeit vor allem ein gutes Gefühl, denn gemeinsam wurde viel erreicht. Dafür bin ich sehr dankbar.
Mein besonderer Dank gilt den zahlreichen Ehrenamtlichen, die das Storchenzentrum und die Aktion PfalzStorch e.V. mit ihrem Engagement, ihren Ideen und ihrer Zeit unterstützen. Ohne diesen Einsatz wären viele Projekte, Veranstaltungen und Entwicklungen nicht möglich gewesen.
Ebenso danke ich dem Vorstand der Aktion PfalzStorch e.V. sowie den vielen Kooperationspartnern, Schulen, Kindergärten und Institutionen, die die Arbeit des Storchenzentrums über viele Jahre begleitet und unterstützt haben.
Mein Dank gilt auch Herrn Landrat Seefeldt, der stets offen für Ideen war und die Arbeit des Storchenzentrums wertschätzend unterstützt hat. Ebenso dankbar bin ich dem Gemeinderat und der Gemeinde Bornheim, die viele Projekte mitgetragen und ermöglicht haben.
Nicht zuletzt danke ich den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, die mit ihrem Interesse, ihren Fragen und ihrer Begeisterung gezeigt haben, wie wichtig Umweltbildung und Naturschutzarbeit sind. Besonders bedanken möchte ich mich auch bei den Bornheimer Bürgerinnen und Bürgern. Durch ihre Beobachtungen, ihre Hilfsbereitschaft und ihre vielen Hinweise haben sie die Arbeit des Storchenzentrums bereichert. Zugleich haben sie über viele Jahre hinweg Anteil am Leben „ihrer“ Störche genommen und damit gezeigt, welchen Stellenwert die Weißstörche in Bornheim haben.
Dem Rheinland-Pfälzischen Storchenzentrum wünsche ich für die Zukunft weiterhin viele engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer, spannende Projekte und den Mut, neue Wege zu gehen. Ich freue mich darauf, die weitere Entwicklung künftig aus einer anderen Perspektive zu begleiten und dem Storchenzentrum auch weiterhin ehrenamtlich verbunden zu bleiben.
Herzlichst
Jessica Lehmann



