Dauerausstellung "Lebensweise des Storches"

Mit den Störchen nach Süden reisen (Flugsimulation)

Derzeit sind die Dauerausstellungen „Lebensweise des Weißstorches“ und "Lebensraum für Schwarz- und Weißstorch" auf ca. 200 qm zu sehen.

Die beiden Ausstellungsräume sind so gestaltet, dass der Besucher aktiv und mit allen Sinnen das Wichtigste über Störche erfahren und erleben kann. Die Textinformationen sind fast überall kurz und für jedermann verständlich gehalten.

"Lebensweise des Weißstorches"

Für alle, die tiefer in die Materie einsteigen wollen, gibt es darüber hinaus noch das Storchentagebuch, die Beschreibungen rund ums Nest und die Forscherecke.

Schon der Blick in die Kinderstube eröffnet allerhand Interessantes aus dem Leben einer Storchenfamilie. In einem echten Storchennest auf einem Wagenrad begrüßt der Partner einen gerade ankommenden Storch, der den beiden Jungvögeln Futter mitbringt.

So kann man sich unter einer Klangdusche per Knopfdruck aussuchen, welcher Storchenlaut einem am besten gefällt. Der Besucher wird verleitet den Storch auf seiner langen Reise nach Afrika zu begleiten, die in einem Film auf einer großen Projektionsfläche unter ihm abläuft. Man fühlt sich dabei wie mitten in einen Vogelschwarm versetzt.

Die großen Koffer erzählen von den Gefahren, die die große Reise der Störche so mit sich bringt. Mit Hilfe einer Waage können Groß und Klein herausfinden, wie viel Kilo Futter so eine Storchenfamilie pro Tag vertilgt.

Die Forscherecke bietet allerhand Kleinigkeiten, von der aber wiederum jede hochinteressant ist und auf den Inhalt der nächsten Schubladen neugierig macht. Wo sonst kann man denn Vogelringe, einen Peilsender und Gewölle in die Hand nehmen?
Unter einem Mikroskop findet der Besucher die Antwort auf die Frage, warum der Storch selten strubbelig ist. Beim Betrachten eines Gewölles unter einer Stereolupe offenbart sich ein großer Teil der Speisekarte des Storches im Hochsommer.

Die detaillierten Fotos von den Nestkameras decken rund ums Storchennest manches mehr oder weniger große Geheimnis der seltenen Vögel auf.

Neuer Ausstellungsraum seit Sommer 2014

1 Artenreiche Wiesenlandschaft mit dem seltenen Wachtelkönig
2 Kaum einer kennt sie noch: alte Wiesenbewirtschaftungsgeräte!

"Lebensraum für Schwarz- und Weißstorch"

Die beiden Arten begegnen sich bei uns nur vor dem Abzug nach Süden in den großen Versammlungen in den Wässerwiesen, da ihre Ansprüche an den Lebensraum ansonsten sehr unterschiedlich sind, was dieser Ausstellungsteil verdeutlicht.

Der Weißstorch sucht seine Nahrung bevorzugt in Wiesen. Die verschiedenen Facetten der Mäh- und Wässerwiesen und ihre Artenvielfalt präsentieren Installationen mit Präparaten und interaktive Stationen.

Wie die Menschen früher und heute Wiesen bewirtschaften und beareitet haben, erfährt der Zuschauer anhand alter Geräte, in Filmen, Fotos und durch ein interaktives Bewässerungsmodell, in dem auch wirklich Wasser fließt. Wie Wiesenbewässerung funktioniert, welche Anstrengungen Naturschützer unternahmen, um sie wieder zu reaktivieren und um den Lebensraum Wiese wieder interessant für Störche zu machen, liest man in einer interaktiven Station mit zahlreichen Fotos, Detailinformationen und Karten.

 

Den sehr scheuen Schwarzstorch wird man in der Natur selten zu Gesicht bekommen. Dieser in Rheinland-Pfalz sehr seltene Vogel stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum, weshalb es sehr schwierig ist, ihn zu schützen. Eine weitere Aktiv-Station informiert, was Naturschützer und Landesforsten Rheinland-Pfalz alles unternahmen, um seinen Bestand zu stärken.
Auch seine Rufe und seine Beutetiere kann man interaktiv kennenlernen.

 

Highlight: Großes Bewässerungsmodell

 

Bereits schon seit Anfang 2010 befindet sich ein 2,90 mal 1,70m großes Modell im Storchenzentrum. Dieses wurde nun in den neuen Ausstellungsraum integriert.
Die Funktionsweise der Wiesenbewässerung, wie sie schon seit  über 500 Jahren in der Region stattfindet, kann vom Besucher simuliert werden. Jeder kann selbst Wehre schließen und Wasser über die „Offenbacher Niederwiesen“ leiten, die sehr realistisch dargestellt sind. So wird durch eigenes Tun eine mehr als 500 Jahre alte Kulturtechnik begreifbar.

Die Wiesenbewässerung wird von alters her zur Ertragssteigerung für die Heuernte eingesetzt. Der Storch profitierte früher und heute gleichermaßen von der Durchfeuchtung des Bodens, aus dem allerlei Getier an die Oberfläche kriecht, das er dann nur noch aufzusammeln braucht. Im Sommer finden sich an Wässertagen oft weit über 100 Störche zum „großen Fressen“ ein.

1 Großes Bewässerungsmodell im "Lebensraum Wiese"
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