Bewässerungsplan in der Erprobungsphase

Pirmin Hilsendegen entwickelte in Absprache mit der IG Queichwiesen und dem Wasserwirtschaftsamt einen neuen Bewässerungsplan, der aktuelle Begebenheiten mit berücksichtigt.
Um die Bewässerung schonender für Bach und Staueinrichtungen und zudem noch effizienter zu gestalten, wurde darauf geachtet, dass die Bewässerungstermine dem Bachlauf folgend von einem Ort zum nächstliegenden weitergeführt wird und nicht, wie vorher hin und herspringt.

Den Vorgaben der Landwirtschaft, dass im Juni genug Zeit für die Mahd bleibt und die des Wasserwirtschaftsamtes, dass bei zu geringem Wasserstand nicht gewässert werden darf, wird auch bei diesem Plan Rechnung getragen.
Der derzeitige Bewässerungsplan befindet sich seit 2015 in der Erprobungsphase.

Queichwiesen: Oberhochstadter Wehr

Die Interessengemeinschaft Queichwiesen berichtet:

Trotz eisiger Kälte fanden sich am vergangenen Samstag zahlreiche Interessierte aus den Queichanlieger-Gemeinden ein, um sich über die aktuellen Sanierungsmaßnahmen am Oberhochstadter Wehr zu informieren.

Nach einer Begrüßung durch den Ottersheimer Ortsbürgermeister Gerald Job stellte Thomas Wamsganz von der Bürogemeinschaft der Ingenieurbüros Nied und Wamsganz an der Baustelle des Wehrs den Verlauf der Bauarbeiten vor, erklärte die Bedeutung und die Steuerung des neu geschaffenen Fischaufstiegs und nannte die wesentlichen Details zu dem renovierten Bauwerk, das vor über 250 Jahren erstmals errichtet worden war. Die Wiederinbetriebnahme der davon abhängigen Bewässerungsflächen im Bereich Hochstadt soll in Etappen von 2013 bis 2015 erfolgen. Herr Wamsganz lobte die hervorragende Zusammenarbeit der drei beteiligten Verbandsgemeinden Offenbach, Bellheim und Lingenfeld, die nicht selbstverständlich sei.

In der begleitenden Diskussion kam man auf allgemeine Probleme rund um die Wiesenwässerung angesichts sinkender Wasserstände in der Queich in den Sommermonaten. Als Ursachen kommen hierfür einerseits eine veränderte Niederschlagsverteilung in Frage, andererseits die Beeinträchtigung des Wasserangebots durch Versiegelung und Entwässerung in Baugebieten sowie durch übermäßige Grundwasserentnahme zur Beregnung in der Landwirtschaft. Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen gibt es Überlegungen, den seit 1972 festgelegten Bewässerungsplan für die Queich zu optimieren und die Termine besser aufeinander abzustimmen, um Situationen von Wassermangel im Unterlauf vorzubeugen. Allerdings ist aber eine termingenaue und zuverlässige Wiesenbewässerung vor allem für die Milch erzeugenden Betriebe unabdingbar. Man war sich einig darüber, dass diese Notwendigkeit bei einer eventuellen Anpassung des Bewässerungsmanagements berücksichtigt werden muss. Die bestehenden Wässerrechte müssten gesichert werden und die bisherigen Nutzer sollten ihre Interessen untereinander abstimmen, damit man sich mit einem einvernehmlichen Vorschlag an die Behörden wenden kann. Als weitere Maßnahme gegen das Absinken wurde die Wiedereinführung von in früheren Zeiten üblichen Winterwässerungen vorgeschlagen, was bei hohen Pegelständen im Winter unproblematisch wäre.

Pirmin Hilsendegen machte deutlich, dass seit der ersten Begehung des Bewässerungssystems im Januar 1997 eine Menge passiert sei: Viele Bereiche sind inzwischen reaktiviert, die landwirtschaftliche Nutzung der Queichwiesen ist gesichert und im Bewusstsein der Öffentlichkeit wie auch der zuständigen Behörden ist die herausragende Bedeutung  dieser Einrichtung angekommen –  nicht zuletzt erkennbar an den Besuchern aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern – und der Weißstorch hat sich erfolgreich entlang der Queich wieder angesiedelt (von 1996-2012 von 0 auf 29 Brutpaare). Ein Erfolg, der ohne die fruchtbare Zusammenarbeit von Landwirten, Naturschützern und Kommunen nicht möglich gewesen wäre. Die Teilnehmer waren sich einig, dass auf der Basis dieser erfolgreichen Zusammenarbeit diese in Deutschland einzigartige Kulturlandschaft eine Zukunft hat.

 

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